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Netzwerk Sport & Politik

für ein faires und respektvolles Miteinander

Sport&Politik

Auf Grundlage eines gemeinsamen Selbstverständnisses arbeitet das Netzwerk zusammen in verschiedenen Arbeitsfeldern

DasNetzwerk

Fundament unserer inhaltlichen Arbeit ist dabei das Selbstverständnis des Netzwerks.

Unser Selbstverständnis

NetzwerkMitglieder

Hier finden Sie eine Übersicht unseres starken Partner-Netzwerkes

Deutscher Städte- und Gemeindebund

Motivation:

Sport ist ein bedeutender und integraler Bestandteil der kommunalen Gesellschaft. Er wirkt bei Bildungs- und Erziehungsprogrammen und der Werteorientierung für alle Bevölkerungsgruppen mit. Deshalb beteiligt sich der der DStGB am Netzwerk Sport & Politik.

Kurzbeschreibung:

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund vertritt in Deutschland und Europa mit seinen Mitgliedsverbänden ca. 11.000 große, mittlere und kleinere Städte und Gemeinden mit rund 55 Mio. Einwohnern.

Kontaktdaten:

Deutscher Städte- und Gemeindebund
Beigeordneter Uwe Lübking
Marienstraße 6
12207 Berlin

Zuständiger Vertreter:

Beigeordneter Uwe Lübking

Abkürzung:

DStGB

Deutscher Landkreistag

Motivation:

Sport ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von unschätzbarem Wert. Kommunale Sportpolitik ist außerdem auch kommunale Standortpolitik. Der Deutsche Landkreistag wirkt gern im Netzwerk Sport & Politik mit.

Kurzbeschreibung:

Der Deutsche Landkreistag ist der kommunale Spitzenverband der 294 Landkreise auf Bundesebene. Er vertritt drei Viertel der kommunalen Aufgabenträger, rund 96 % der Fläche und mit 56 Mio. Einwohnern 68 % der deutschen Bevölkerung und bringt die Interessen der Landkreise gegenüber dem Deutschen Bundestag, dem Bundesrat und den Bundesministerien zur Geltung.

Kontaktdaten:

Deutscher Landkreistag
Dr. Markus Mempel
Ulrich-von-Hassell-Haus
Lennéstr. 11
10785 Berlin

Zuständiger Vertreter:

Geschäftsführendes Präsidialmitglied Prof. Dr. Hans-Günter Henneke
Dr. Markus Mempel

Abkürzung:

DLT

DEUTSCHER STÄDTETAG

Motivation:

Eine Stadt ohne Sport ist nicht denkbar. Durch ihn wird die Stadt lebenswerter. Sport ist ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und hat eine gesellschaftspolitisch hohe Bedeutung. Er wird weitestgehend unabhängig vom sozialen Status, von Religionszugehörigkeiten oder von gemeinsamer Sprache ausgeübt und ist somit ein integraler Lebensbereich neben Arbeit und Familie. Sport vermittelt spielerisch demokratische und bildungspolitische Aspekte wie Respekt, Toleranz, Fair Play, Freundschaft und Leistungsbereitschaft. Allesamt unentbehrliche Grundlagen, um die gesamtgesellschaftlichen und politischen Herausforderungen im Rahmen eines sozialen Miteinanders meistern zu können. Diese gemeinsame Haltung erfordert geradezu die Vernetzung von Sport und Politik.

Kurzbeschreibung:

Der Deutsche Städtetag vertritt aktiv die kommunale Selbstverwaltung. Er nimmt die Interessen der Städte gegenüber Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat, Europäischer Union und zahlreichen Organisationen wahr. Er berät seine Mitgliedsstädte und informiert sie über alle kommunal bedeutsamen Vorgänge und Entwicklungen. Der Deutsche Städtetag stellt den Erfahrungsaustausch zwischen seinen Mitgliedern her und fördert ihn in zahlreichen Gremien.

Die Städte müssen handlungsfähig bleiben, denn sie erbringen einen Großteil der öffentlichen Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger. Um hierbei wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden, sollten Bund und Länder die Städte als Partner begreifen.

Kontaktdaten:

Hauptgeschäftsstelle Köln:
Deutscher Städtetag
Gereonstraße 18-32
50670 Köln

Zuständiger Vertreter:

Beigeordneter Klaus Hebborn

ABKÜRZUNG:

DST

DEUTSCHER FUSSBALL-BUND

Motivation:

Der DFB will den Fußball dauerhaft tragfähig und erfolgreich organisieren sowie seine vielfältigen Potenziale auch zur Erhaltung und Stärkung der demokratischen und ethischen Grundlagen einer freiheitlichen Gesellschaft verantwortlich nutzen.

Kurzbeschreibung:

Der DFB ist mit rund 7 Millionen Mitgliedern einer der größten Sportfachverbände der Welt und eines der größten sozialen Netzwerke Deutschlands. Die wichtigste Aufgabe des DFB ist die Organisation des Fußballsports in Meisterschaftsspielen und Wettbewerben. Der DFB handelt in sozialer und gesellschaftspolitischer Verantwortung und fühlt sich in hohem Maße dem Gedanken des Fair Play verbunden. Mit der gezielten Förderung von Fair Play, Integrität, Respekt, Vielfalt und Solidarität werden die Grundlagen des Fußballs gestärkt. Der aktive Fußballsport und das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben.

Kontaktdaten:

Deutscher Fußball-Bund e.V.
Otto-Fleck-Schneise 6
60528 Frankfurt / Main

E-Mail: Nachhaltigkeit@dfb.de

Zuständige Vertreterinnen:

Stefanie Schulte, Claudia Krobitzsch

Abkürzung:

DFB

Relevante Initiativen:

Gesellschaftliche Verantwortung im DFB: https://www.dfb.de/projekte-programme/gesellschaftliche-verantwortung/

Vielfalt und Antidiskriminierung im DFB: https://www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung/start/

Fair Play im DFB: https://www.dfb.de/fair-playgewaltpraevention/start/

Fanbelange im DFB: https://www.dfb.de/fanbelange/start/

Der Julius Hirsch Preis des DFB: https://www.dfb.de/preisewettbewerbe/julius-hirsch-preis/

Die DFB-Kulturstiftung: https://www.dfb.de/dfb-kulturstiftung/news/

Veröffentlichungen:

DFB-Nachhaltigkeitsbericht

Mit seinem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert der DFB sein gesellschaftliches und soziales Handeln. Er ist der zweite Fußballverband in Europa, der einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Es wird darin erläutert, was gesellschaftliche Verantwortung im Fußball bedeutet und zeigt transparent, kompakt und verlässlich, welche Beiträge der organisierte Fußball von der Basis bis zur Spitze für die Gesellschaft in Deutschland leistet. Vom WM-Titel in Rio bis hin zur Integrationsarbeit von Flüchtlingen in vielen der über 25.000 Vereine in Deutschland. 

Link:  https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/210330-Nachhaltigkeitsbericht.pdf

Broschüre "Gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung"

Die Broschüre "Gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung" informiert über rechtsextremistische Bekleidungsmarken und Codes, aber auch über Musikgruppen aus der rechtsextremen Szene und soll gerade dem Ordnungsdienst in den Stadien helfen, extremistischen und fremdenfeindlichen Erscheinungen im Stadion entgegenzutreten und der Polizei zu melden.

Link: https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/219369-2020-02-07_REX_u_diskriminierende_Symbole_und_Codes.pdf

Deutsche Sportjugend und Deutscher Olympischer Sportbund

Motivation:

Die dsj im DOSB tritt für einen kinder- und jugendorientierten und gesunden Sport sowie den verantwortungsbewussten Umgang miteinander ein. Die Prinzipien der Fairness, Vielfalt, Freiwilligkeit und Demokratie sind dabei Maßstäbe, das Ehrenamt ist die starke Basis. Und im Netzwerk finden wir die richtigen Partner, um dies gemeinsam zu stärken.

Kurzbeschreibung:

Die Deutsche Sportjugend bündelt die Interessen von:

  • rund 10  Millionen Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen im Alter bis 26 Jahre,
  • die in über 90.000 Sportvereinen in 16 Landessportjugenden, 53 Jugendorganisationen der Spitzenverbände
  • und 10 Jugendorganisationen der Sportverbände mit besonderen Aufgaben organisiert sind.

Damit ist die dsj der größte freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland.

Mit ihren Mitgliedsorganisationen und deren Untergliederungen gestaltet die Deutsche Sportjugend im gesamten Bundesgebiet flächendeckend Angebote mit dem Medium Sport mit den Zielsetzungen  junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und sich gesellschaftlich aktiv einzubringen. Die Deutsche Sportjugend ist der größte Jugendverband in Europa und führt das jugendpolitische Mandat des DOSB (www.dosb.de). 

Kontaktdaten: 

Deutsche Sportjugend im DOSB e.V.
Otto-Fleck-Schneise 12
60528 Frankfurt am Main

E-Mail: sportundpolitik@dsj.de

Zuständige Vertreter*in:

Christina Gassner (DOSB), Gerd Bücker (dsj)

Abkürzung:

dsj, DOSB

Relevante Initiativen:

Sport mit Courage in der dsj: http://www.sport-mit-courage.de/

Junges Engagement im Sport: https://www.dsj.de/handlungsfelder/junges-engagement/

Teilhabe und Vielfalt im Sport: https://www.dsj.de/index.php?id=377&L=1247

Internationale Jugendarbeit in der dsj: https://www.dsj.de/index.php?id=international&L=1247

Abteilung Sportentwicklung im DOSB: https://www.dosb.de/sportentwicklung/ziele-aufgaben-konzepte

Ehrenamt im Sport: https://ehrenamt.dosb.de/

Integration durch Sport: https://integration.dosb.de/

Gleichstellung: https://gleichstellung.dosb.de/


Veröffentlichungen:

Sport mit Courage. Vereine und Verbände stark machen – zum Umgang mit Rechtsextremismus im Sport

Der Materialordner soll Vereinen und Verbänden eine konkrete Hilfestellung geben. Neben Informationen zu Erscheinungsformen sowie rechtsextremen Symbolen und Codes erhalten Sie Anregungen zu Satzungsergänzungen und Formulierungsvorschläge zu Mietverträgen von Sporträumen. Des Weiteren sind Anregungen und Tipps für die pädagogische Praxis aufgeführt sowie zahlreiche weiterführende Literaturangaben.

Die Handreichung wurde um einen Praxisteil erweitert, in dem Demokratietrainer/-innen sowie Übungsleiter/-innen und Trainer/-innen Anregungen für eine nicht-rassistische Bildungsarbeit im Vereinsalltag erhalten.

Link:  https://www.dsj.de/fileadmin/user_upload/Mediencenter/Publikationen/Downloads/ordner_sportmitCourage.pdf

Sport ist fair!? · Chancengleichheit und gesellschaftspolitische Verantwortung im Sport
Grundlagenmaterial und  Lehrbeispiele für den gemeinnützig organisierten Sport

Die Broschüre „Sport ist fair!?“ beschreibt relevante Themen im Bereich der gesellschaftspolitischen  Verantwortung im Sport und ordnet sie aus der Perspektive der Chancengleichheit ein. Lehrbeispiele ergänzen diese theoriegestützte Sichtweise, bieten Orientierung und erlauben einen flexiblen und qualitätsgesicherten Einsatz in der verbandlichen Qualifizierungsarbeit. Im Fokus steht hierbei der Kompetenzerwerb auf Seiten der Trainer/innen und Übungsleiter/innen.

Link:  https://cdn.dosb.de/user_upload/www.integration-durch-sport.de/Service/Info-Material/DOSB_Grundlagenmaterial_und_Lehrbeispiele_Sport_ist_fair_Ansicht.pdf

Sportministerkonferenz der Länder

Motivation: 

Die Sportministerkonferenz hat sich 2012 und 2018 mit der Thematik beschäftigt und zu einem vernetzten und kooperativen Zusammenarbeiten von Sport, Politik und Zivilgesellschaft ausgesprochen. Gerade der Sport bildet mit seinen Organisationen einen unverzichtbaren Bestandteil für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Potenziale des Sports sollen im Netzwerk zur Geltung kommen.

Kurzbeschreibung:

Die Sportministerkonferenz (SMK) besteht seit 1977. Sie dient der Koordinierung der Sportförderung in den Ländern. Darüber hinaus wahrt die SMK die Interessen aller Bundesländer im Bereich des Sports – sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Auf Arbeitsebene hat Hessen den Vorsitz der AG Integrität des Sports der Sportreferentenkonferenz inne und vertritt die SMK im Netzwerk.

Kontaktdaten:

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
Friedrich-Ebert-Allee 12
65183 Wiesbaden

Tel.: +49 (0) 611 3531 - 800

E-Mail: jens-uwe.muenker@HMDIS.hessen.de, ulrich.schwaab@HMDIS.hessen.de

Zuständiger Vertreter:

Ulrich Schwaab, Jens-Uwe Münker

Abkürzung:

SMK

Relevante Initiativen:

Fotoausstellung „VorBILDER – Sport und Politik vereint gegen Rechtsextremismus“, 2014 bis 2018. 

Beschluss der 36. Sportministerkonferenz 2012: www.sportministerkonferenz.de/beschluesse-12010

Beschluss der 42. Sportministerkonferenz 2018: www.sportministerkonferenz.de/beschluesse-12010

Bundeszentrale für politische Bildung - Regiestelle „Zusammenhalt durch Teilhabe“
(Bundesprogramm des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat)

Motivation:

Das Netzwerk Sport & Politik schafft durch Erfahrungs- und Wissensaustausch Synergien, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe von demokratischer Teilhabe und Extremismusprävention gemeinschaftlich zu meistern.

Kurzbeschreibung:

Das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) fördert in Vereinen und Verbänden Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus. Im Mittelpunkt stehen dabei Organisationen, denen es gelingt, in den ländlichen und strukturschwachen Raum zu wirken: Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine, kirchliche Träger oder Natur- und Heimatverbände beispielsweise. Über ihre reine Zweckbestimmung hinaus sind Vereine immer auch Orte der Begegnung, des Austauschs und des gesellschaftlichen Miteinanders - und damit auch Orte der demokratischen Wertevermittlung. Die geförderten Projekte bilden u.a. ehrenamtliche Demokratieberater/-innen aus, die über Konflikte und undemokratisches Verhalten informieren, sensibilisieren und Hilfestellung bieten. So wird der soziale Zusammenhalt gestärkt und extremistischen Haltungen vorgebeugt.

Kontaktdaten:

Bundeszentrale für politische Bildung
Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe"
Regiestelle
Friedrichstraße 50
10117 Berlin

Zuständige Vertreterin:

Leiterin der Regiestelle:
Frau Lan Böhm

Abkürzung:

Z:T

Relevante Initiativen:

Übersicht über die Förderprojekte von Z:T:

http://www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de/akteure/141906/projektfinder

Veröffentlichungen:

Kurzbeschreibung:

Das Internetportal Sport-mit-Courage.de ist ein Angebot von Sportlern für Sportler. Es stellt kompakte, praxisorientierte Informationen und Materialien zum Thema Rechtsextremismus im Bereich des Sports zusammen. Angesprochen sind aktive Sportlerinnen und Sportler ebenso wie Jugendleiterinnen und -leiter, Trainerinnen und Trainer und Funktionärinnen und Funktionäre.

Mach den Unterschied ist ein Online-"Training" für Zivilcourage. Hier können Nutzer ganz praktisch üben, wie man reagieren kann, wenn man im (Sport-)Alltag mit Diskriminierung, Rassismus oder Rechtsextremismus konfrontiert wird. Oberstes Motto des Ganzen: Alles ist besser als Wegschauen und Nichtstun. Sich einzumischen, Position zu beziehen, im Sport: macht den Unterschied.

Links:

http://www.sport-mit-courage.de/

http://www.mach-den-unterschied.de/

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Motivation:

Das Referat G II 4 verantwortet im Rahmen der Fachaufsicht über die Bundeszentrale für politische Bildung das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT). Mit ZdT unterstützt das BMI seit 2010 eine selbstbewusste, lebendige und demokratische Gemeinwesenskultur, in der extremistische und verfassungsfeindliche Strömungen keinen Platz finden. Mit seiner inhaltlichen Fokussierung auf ländliche oder strukturschwache Regionen und vor allem auf die Verbände des organisierten Sports, der Freiwilligen Feuerwehr, des THW und weiterer Helferorganisationen als strukturbildende Säulen der Gesellschaft abseits der großen Ballungszentren hat sich das Programm als wirksames und erfolgreiches Instrument der Demokratieförderung und Extremismusprävention mit hoher Qualität etabliert. Das Netzwerk Sport & Politik kann durch die Zusammenarbeit mit dem BMI und ZdT viele Synergien für die gemeinsame Arbeit im Sport- und Politikbereich sinnvoll nutzen.

Kurzbeschreibung:

Das BMI sowie seine Geschäftsbereiche decken ein breites Spektrum an Aufgaben und Tätigkeiten ab. Der Bogen reicht vom Bevölkerungsschutz über Integration und Sportförderung bis hin zu Sicherheitsaufgaben. Die zahlreichen Tätigkeitsfelder machen deutlich: Innenpolitik betrifft alle Gesellschaftsbereiche.

Kontaktdaten:

BMI, Referat G II 4
Alt-Moabit 140
10557 Berlin

E-Mail: GII4@bmi.bund.de

Zuständiger Vertreter:

Referat G II 4 „Politische Bildung und politische Stiftungen“

Abkürzung:

BMI

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Motivation:

Sport kann eine wichtige Rolle bei der Integration spielen. Sport fördert die Begegnung von Menschen ganz unterschiedlicher sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft. Er schafft Verständigung und baut wechselseitige Vorurteile im gemeinsamen Erleben ab. Der Sport vermittelt Werte wie Fair Play, Regelakzeptanz und Teamgeist und trägt dadurch zur gesellschaftlichen Integration bei. Daher ist die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Mitglied des Netzwerks Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde.

Kurzbeschreibung:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, unterstützt die Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der Integrationspolitik und der Förderung des Zusammenlebens aller Menschen im Land – ob Deutsche und Ausländer, ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, die Integration der in Deutschland lebenden Einwanderer zu fördern. Sie soll die Bedingungen für ein möglichst spannungsfreies Zusammenleben zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln, das Verständnis füreinander fördern und Fremdenfeindlichkeit und Ungleichbehandlung entgegenwirken.

Darüber hinaus hat sie den Auftrag, über gesetzliche Möglichkeiten der Einbürgerung zu informieren und auf die Wahrung der Freizügigkeitsrechte von EU-Bürgerinnen und -Bürgern zu achten. Die gesetzliche Grundlage für die Tätigkeit der Integrationsbeauftragten steht in den §§ 92 bis 94 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG).

Beim Engagement für Flüchtlinge tauchen vor Ort in den Vereinen oft Fragen auf: Wie sind Flüchtlinge eigentlich versichert? Können Flüchtlinge eine Spielberechtigung erhalten? Und dürfen sie überhaupt mit zum Auswärtsspiel? Die meisten dieser Fragen lassen sich ganz leicht beantworten. Daher haben der Deutsche Fußball-Bund und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration beschlossen, gemeinsam die Handreichung „Willkommen im Verein! Fußball mit Flüchtlingen“ herauszugeben.

Die Broschüre „Im Fußball zu Hause! Flüchtlinge im Fußballverein“ zeigt, mit wie viel Elan und kreativen Ideen sich die Fußballvereine in unserem Land für Flüchtlinge engagieren. Vom Sprachkurs über die Hausaufgabenhilfe bis hin zur Ausbildungsbörse. Auch über den Fußball hinaus sind viele Vereine aktiv und tragen so zur Stärkung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft bei. Die vielen positiven Beispiele sollen Anregungen geben und auch Ansporn für weitere Vereine sein, aktiv zu werden.

Kontaktdaten:

Tel.: +49 (0) 30  18 400 1640

E-Mail: integrationsbeauftragte@bk.bund.de

Abkürzung:

IntB

Relevante Initiativen:

Um Sportvereine und -verbände in ihrem Engagement für Geflüchtete zu unterstützen, fördert die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration vier Sportprogramme für Geflüchtete:

„Willkommen im Fußball“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit der DFL-Stiftung:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/themen/gesellschaft-und-teilhabe/sport/-willkommen-im-fussball--326228

„2:0 für ein Willkommen“ der DFB-Stiftung Egidius Braun:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/themen/gesellschaft-und-teilhabe/sport/-2-0-fuer-ein-willkommen--326322

„Willkommen im Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB):

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/themen/gesellschaft-und-teilhabe/sport/-willkommen-im-sport--326340

„Orientierung durch Sport“ der Deutschen Sportjugend (dsj):

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/themen/gesellschaft-und-teilhabe/sport/-orientierung-durch-sport--326336

Veröffentlichungen:

Deutscher Fußball-Bund e.V. / Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.): „Willkommen im Verein! Fußball mit Flüchtlingen“, 3. Auflage 2019.

Deutscher Fußball-Bund e.V. / Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.): „Im Fußball zu Hause! Flüchtlinge im Fußballverein“, 2. Auflage 2019.

Links:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/willkommen-im-verein-fussball-mit-fluechtlingen-188922

https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/im-fussball-zu-hause-479012

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Motivation:

Der Einsatz für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander ist eine dauerhafte und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich auf allen Ebenen aktiv gewidmet werden muss. Hierfür ist das tagtägliche Engagement von Initiativen, Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland ebenso wichtig wie Vernetzung, Austausch und das Teilen von Erfahrungen und Wissen.  

Kurzbeschreibung:

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist innerhalb der Bundesregierung für die Themen Familie, ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Gleichstellung sowie Engagement und Gesellschaft federführend zuständig.

Kontaktdaten:

BMFSFJ
Glinkastr. 24
10117 Berlin

E-Mail: Thomas.Heppener@bmfsfj.bund.de

Zuständiger Vertreter:

Thomas Heppener (Referatsleiter, Referat 102, Demokratieförderung)

Abkürzung:

BMFSFJ

Relevante Initiativen:

Bundesprogramm „Demokratie leben!“ https://www.demokratie-leben.de/

Förderung der Deutschen Sportjugend (dsj) im Rahmen der Infrastrukturförderung

Förderung der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS)

Förderung der Initiative „Lernort Stadion“

Kampagne: "Vorsicht, Vorurteile!" https://www.vorsicht-vorurteile.de/

Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt

Motivation:

Das BfDT legte bereits als Teil der DFB-Arbeitsgruppe Grundlagen gegen Rassismus und Diskriminierung und bietet Möglichkeiten zur Vernetzung im Sport. Diese Erfahrungen sollen in das Netzwerk Sport & Politik eingebracht werden.

Kurzbeschreibung:

Das BfDT ist eine Anlaufstelle für zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteur/-innen und ihre Fragen und Bedarfe. Es würdigt öffentlich zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteur*innen für ihr Engagement. Es identifiziert überregional relevante Themen und Bedarfe zivilgesellschaftlicher Akteur*innen und nimmt diese Impulse auf. Im Rahmen unserer impulsgebenden Veranstaltungen führten wir bereits zahlreiche (Kooperations-) Veranstaltungen in dem Themenfeld „Toleranz im Sport“ durch. Im Rahmen unseres jährlich stattfindenden Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ zeichnen wir regelmäßig Projekte aus dem Themenfeld der Förderung von Demokratie, Toleranz und Integration durch den Sport aus.

Kontaktdaten:

E-Mail: buendnis@bpb.de

Zuständiger Vertreter:

Dr. Gregor Rosenthal

Abkürzung:

BfDT

Relevante Initiativen:

https://www.buendnis-toleranz.de/arbeitsfelder/anlaufstelle/initiativen/initiativenlandkarte/

Veröffentlichungen:

  • Vernetzt ist man weniger allein - Vernetzungstipps

  • 11 Fragen nach 90 Minuten - Broschüre mit Strategien gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball

  •  Vielfalt trifft Fußball - Broschüre mit Tipps zu Vielfalt und Chancengleichheit als Vereinsziel

Links:

http://www.buendnis-toleranz.de/service/publikationen/praxisbroschueren/

Landessportbund NRW (als Vertreter der Landessportbünde im DOSB)

Motivation:

Der gemeinwohlorientierte Sport gehört zu den wesentlichen Stützen einer lebens- und liebenswerten Gesellschaft. Er überwindet Grenzen und bringt Menschen in und durch Bewegung zusammen.

Die Sportorganisationen auf Bundes- und Landesebene setzen seit Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen zur Demokratieförderung und gegen Extremismus um. Die Landessportbünde bzw. Landessportverbände bringen über den Landessportbund NRW ihre Erfahrungen im Netzwerk Sport & Politik ein, um gleichzeitig vom Austausch mit anderen Projektpartnern zu profitieren.

Kurzbeschreibung:

Als Dachorganisationen des Sports auf Landesebene sind die 16 Landessportbünde bzw. Landessportverbände Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Sie vertreten die Interessen der Sportvereine sowie der regionalen Sportbünde und Sportfachverbände.

Kontaktdaten:

Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V.
Friedrich-Alfred-Straße 25
47055 Duisburg

Zuständiger Vertreter:

Sebastian Finke

Abkürzung:

LSB NRW

NETZWERKARBEIT

Das Netzwerk setzt sich intensiv mit gesellschaftlich relevanten und aktuellen Themen auseinander. Hierbei liegt der Fokus auf die Schnittmengen von Sport und Politik.

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ZahlenundFakten

10 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Menschen
In rund 90.000 Sportvereinen
8 Millionen ehrenamtlich tätige Menschen
In mehr als 11.000 Kommunen

Aktuelles

aus Sport&Politik

„Jugendliche haben in einer Kirchengemeinde den Kirchturm innen zu einer Kletterwand umgestaltet“

Relevanz von Bewegungsangeboten und -räumen für junge Menschen

Im Gespräch:

Prof. Dr. Gunter A. Pilz (Netzwerk Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde) und Uwe Lübking (Deutscher Städte- und Gemeindebund)

  • Frage: Letzte Woche fand die Bund-Länder-Konferenz zur Abstimmung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie statt. Mit Blick auf Bewegungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendliche: Was haben Sie aus den Ergebnissen mitgenommen?

Pilz: Da war, wenn ich das richtig sehe, wenig bis gar nichts Erfreuliches zu erkennen. Der Sport nicht mit einer Silbe erwähnt. Dies obwohl Sportangebote durchaus als „systemrelevant“ angesehen werden müssten, wenn wir uns die Bedeutung von regelmäßigem Sporttreibeng für die soziale, psychische und physische Gesundheit der jungen Menschen, aber auch der Erwachsenen, vor Augen halten.

Lübking: Der sogenannte „Wellenbrecher-Lockdown“ hat zwar das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen gebrochen, diese sind aber weiterhin auf zu hohem Niveau. Allein mit Blick auf die Kapazitätsgrenzen der Intensivbetten ist es notwendig, dass die Beschränkungen weiter aufrechterhalten und zum Teil verschärft werden. Wichtig ist, dass weiterhin auf der lokalen/regionalen Ebene auf die Entwicklung reagiert werden kann. Dies gilt sowohl für eine Lockerung bei einem geringen Infektionsgeschehen als auch bei einer Verschärfung der Maßnahmen bei einem Hotspot. Interessant ist, dass es in dem Beschluss ausdrücklich Hinweise auf Öffnungen für den Kulturbereich gibt, allerdings nicht für den Sport. Die negativen gesundheitlichen und psychischen Folgen von fehlender täglicher Bewegung gerade bei Kindern und Jugendlichen sind bekannt. Von daher sollten Bund und Länder ihren Blick auch auf die Sport- und Bewegungsangebote legen, da insbesondere Kinder und Jugendliche unter den Einschränkungen leiden. Die Deutsche Sportjugend hat hierzu einen Vier-Stufen-Plan für den Kinder- und Jugendsport während der Corona Pandemie vorgelegt. 
 

  • Frage: Wenn Sie an Ihre eigenes Wohnumfeld denken: Was beobachten Sie derzeit in Bezug auf Bewegungsmöglichkeiten von Kindern- und Jugendlichen?

Lübking: Ich wohne in einem Bezirk von Berlin mit vielen Parks und Grünflächen. Hier sind ausreichend Bewegungsmöglichkeiten vorhanden. Es finden z.B. Lauftreffs für alle Altersgruppen statt oder Kinder und Jugendliche treffen sich z.B. zum Slackline oder anderen Parksportarten. Die Frage ist allerdings, ob diese auch genutzt werden.
Entscheidend ist hier das Umfeld der Kinder. So kommt in vielen Familien körperliche Aktivität zu kurz. Nach Erhebungen der AOK spielt in jeder dritten Familie spielt Bewegung in der Freizeit überhaupt keine Rolle. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben häufig weniger Anreize, sich in der Freizeit zu bewegen und Sport zu treiben. Sie verbringen lieber ihre Zeit vor dem Fernseher, dem Computer oder mit dem Handy.

Pilz: Ich dagegen wohne in einer beschaulichen Gemeinde mit vielen Einfamilienhäusern und zum Teil großen ländlichen Gärten, wo die Kinder noch viele Spiel- und Bewegungsräume im Freien haben. Aber der so wichtige organisierte und angeleitete Sport in den Vereinen ist zum Erliegen gekommen und damit auch die Bewegungs- und Sportmöglichkeiten und die wichtigen sozialen Kontakte der jungen Menschen.

  • Frage: Wo liegt der Unterschied zu der Zeit vor der Corona-Pandemie?

Pilz: Ganz eindeutig in den fehlenden Sportangeboten der Vereine, geschlossenen Hallen und Sportstätten.Auf der anderen Seite sind die digitalen Sportangebote ein Lichtblick und vielleicht auch eine Chance auch nach der Corona-Pandemie junge Menschen wieder stärker an den Sport und die Sportvereine heranzuführen.

Lübking: Ja, der Vereinssport liegt brach. Ich kann das gut an einem Verein in unserer Nähe beobachten. Der Verein betreibt eine sehr aktive Kinder- und Jugendarbeit. Fast jedes Wochenende fanden Fußballturniere und in den Ferien Trainingscamps statt. Dies alles fällt jetzt aus. Damit fehlen die Anreize für die Kinder und Jugendlichen, nicht nur in Bezug auf den Sport, sondern auch der sozialen Kontakte untereinander. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung und des Wettkampfs, sie nehmen daneben wichtige gesellschaftspolitische Funktionen wahr, von der Inklusion über die Integration bis zur Werteorientierung und der Teilhabe.

  • Frage: Neben den gesundheitlichen Aspekten: Weshalb braucht es Bewegungsräume für junge Menschen in Städten und Gemeinden, unabhängig von der jetzigen Pandemie-Situation?

Pilz: Sport-, Spiel- und Bewegung sind wichtige Faktoren für die Persönlichkeitsentwicklung.Gerade hier können die für eine gut funktionierende Demokratie, ein harmonisches Zusammenleben in einer heterogegen, vielfältigen Gesellschaft, so wichtigen ethischen und sozialen Werte erfahren und erlernt werden. Ja mehr noch, gerade die im Sport angelegten sozialen Werte und die Möglichkeiten, Bewegungs-, Spiel- und Sportbedürfnisse auszuleben, sind ein wichtiger Beitrag zur Gewalt- und Diskriminierungsprävention. Das können wir nicht ernst genug nehmen.Mir blutet noch immer das Herz, wenn ich vor großen Rasenflächen Hinweisschilder „Ball spielen“ oder gar „Betreten verboten“ lese, wenn Bewegungsräume oder Sportstätten auf Grund von Beschwerden der Anrainer durch Gerichtsbeschlüsse nur noch eingeschränkt nutzbar sind, oder gar Gerichtsverfahren eröffnet werden, weil „Kinderlärm Körperverletzung“ sei!

Lübking: Sport ist eine wichtige Freizeitaktivität, insbesondere wirken sich Sport und Bewegung positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Bewegung wirkt z.B. der Antriebslosigkeit entgegen unter der gerade Kinder und Jugendliche während der Pandemie leiden. Es gibt Berichte, dass Kinder und Jugendliche aufgrund fehlender sozialer Kontakte lethargischer und aggressiver werden. Auch die Vereine brauchen Bewegungsräume, denn Sportvereine mit ihren vielen Mitgliedern sind wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und Motoren für ein gutes soziales und aktives Miteinander vor Ort. Der Sport steht für Werte wie Fairness, Toleranz und Achtung unserer demokratischen Grundwerte und die engagierte Mitgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Für Kinder und Jugendliche können die Sportvereine diese Werte vermitteln helfen.

  • Frage: Wie können wir mehr Bewegungsräume für junge Menschen schaffen? Wen oder was braucht es dazu

Pilz: Es braucht vor allem Kreativität; das Blicken über den Tellerrand hinaus. Wir haben so viele brachliegende Flächen, Industriebrachen, die man mit ein bisschen Kreativität und Eigeninitiative zu einladenden Bewegungsräumen undSportstätten nutzbar machen könnte.

Lübking: Seit den Zeiten des so genannten „Goldenen Plans“ in den 1970er Jahren, der im Wesentlichen auf die Schaffung von leistungssportorientierten Wettkampfanlagen und die Förderung der Leistungskonkurrenz in den Vereinen orientiert war, hat sich das Sport- und Bewegungsverhalten erheblich verändert. Ein stetig wachsender Anteil von Sport- und Bewegungsaktivitäten findet individuell und außerhalb von Vereinsstrukturen statt.
Viele Menschen bevorzugen nicht organisationsgebundene Sportformen, z.B. Radfahren, Joggen, Fitness im Freien oder Schwimmen. Die Kommunen müssen darauf reagieren, z.B. dass Spiel- und Bewegungsräume in eine integrierte Stadtentwicklungsplanung einfließen.
Die Städte und Gemeinden sollten aber auch die Sportvereine weiter unterstützen. Gemeinsam können sich Kommunen und Vereine für das Zusammenleben vor Ort, der Inklusion und Integration, Werteorientierung und Teilhabe sowie der Gesundheitsförderung und Prävention einsetzen. Dabei sollte ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Kindern sozial benachteiligter Familien sowie der Verzahnung mit anderen kommunalen Aufgabenfeldern lenken.

  • Frage: Kommt Ihnen ein gelungenes Beispiel für solche Angebote in den Sinn? Welches wäre das?

Lübking: Zum einen gibt es gute Beispiele in der Zusammenarbeit der Kommunen mit dem organisierten Sport. Um dies noch weiter voranzutreiben hat der DStGB gerade mit dem Deutschen Karate Verband eine Kooperationsvereinbarung getroffen, der andere Sportverbände folgen können (Link unten). Zum anderen haben viele Städte und Gemeinden wohnortnahe Bewegungs- und Spielmöglichkeiten geschaffen. Dabei wird auch darauf geachtet, dass diese von allen Generationen genutzt werden können. Auch dem Inklusionsgedanken wird Rechnung getragen. Wichtig ist es, dass die Kommunen die künftigen Nutzer*innen, insbesondere Kinder und Jugendliche, bereits bei der Planung einbeziehen, denn nur dann sind diese Bewegungsräume attraktiv. Leider noch zu oft werden z.B. Bewegungsparks ohne diese Beteiligung geschaffen, die dann brach liegen. 

Pilz: Da fallen mir spontan drei schöne Beispiele ein. In Frankreich und England gibt es Kirchengemeinden, die unter der Woche ihre Kirche so herrichten, dass sie für Sportangebote, z.B. Basket- und Volleyballspielen genutzt werden können. In einem Kölner Hinterhof haben empathische Anwohner ein Schild aufgestellt mit folgendem Wortlaut. „Dieser Hof ist ein Kinderspielplatz. Sollten Sie trotzdem Ihren PKW unbefugt abstel­len, erklären Sie sich damit einverstan­den, daß er als Spielzeug benutzt wird.“ Und in Hannover haben Jugendliche einer Kirchengemeinde den Kirchturm innen zu einer Kletterwand umgestaltet und die Kosten hierfür durch Abseilspendenaktionen mit Spendenkörbchen während des Gottesdienstes gedeckt. Diese Beispiele zeigen: Es braucht keiner großen personellen oder finanziellen Anstrengungen, sondern einfach der Kreativität von Menschen, um den Bewegungsbedürfnissen von jungen Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen.

  • Frage: Was wünschen Sie sich für die nächsten Monate in dieser Sache?

Lübking: Zunächst würde ich mir wünschen, dass alle Menschen sich an die Verhaltensregeln halten, damit die Infektionszahlen zurück gehen und ein normales Leben möglich wird. Dann natürlich, dass die Politik von Bund und Ländern Sport und Bewegung im Blick behalten. Wir brauchen z.B. mehr Bewegung in den Schulen. Damit meine ich nicht nur den regulären Sportunterricht, der viel zu oft ausfällt oder fachfremd unterrichtet wird, sondern Bewegungsanreize in den Pausen aber auch während des Unterrichts durch Sport-AG Angebote am Nachmittag. Schulen sollten stärker die Zusammenarbeit mit den Sportvereinen suchen. Von den Städten und Gemeinden wünsche ich mir, dass zum einen trotz der finanziellen Probleme, die viele Kommunen in Folge der Corona-Krise haben werden, weiterhin in Sportstätten investieren und die Vereine vor Ort unterstützen, aber auch Freiräume als Spiel-, Bewegungs- und Erholungsräume erhalten bzw. schaffen.

Pilz: Ich wünsche mir, dass die Sensibilität der Menschen für die mangelnden Bewegungs-, Spiel- und Sportmöglichkeiten unserer Kinder und Jugendlichen durch die Erfahrungen mit der Pandemie erhöht wird. Und dass hierdurch wieder mehr ins Bewusstsein gelangt, wie wichtig es gerade für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung jungen Menschen ist, Sport-, Spiel und Bewegungserfahrungen in ausreichendem Maße sammeln zu können. Dies sollte sich auch in einem nachhaltigen, zivilgesellschaftlichen, kommunalen und politischen Handeln niederschlagen. Die Erhöhung des Volumens des Förderprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, von dem maßgeblich die Sportstätteninfrastruktur profitiert, auf nunmehr 600 Mio. € im Bundeshaushalt, ist ein mehr als Mut machendes Zeichen. Aber nicht nur die Politik und die Kommunen, wir alle sind gefordert in den Lebenswelten junger Menschen für ausreichend Spiel-, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten zu sorgen.
Dies kann nur gelingen, wenn wir aufhören immer auf die anderen zu zeigen, sondern gemeinsam, vernetzt uns diesen Herausforderungen zu stellen. Das Netzwerk Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde sieht darin eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre.    

Vielen Dank für das Gespräch!

Prof. Dr. Gunter A. Pilz ist Sportsoziologe, forscht zu Gewaltprävention und ist langjähriger Vorsitzender des Netzwerks „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“.

Uwe Lübking ist Beigeordneter für Arbeitsmarktpolitik, Kultur, Sport, Verwaltungsmodernisierung, Demografie und Bildung beim Deutschen Städte- und Gemeindebund und Mitglied im Netzwerk „Sport & Politik“.

Ergebnisse der Fachkonferenz „Sport und Politik im Quartier“: https://www.sportundpolitik.de/fileadmin/user_upload/dsj_sport_politik_praesentation_web__1__fin.pdf
 

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Pressemitteilung des Netzwerks anlässlich seines Treffens am 20. November 2020

Sport ist für die gelungene Integration unverzichtbar!

Ankommen und Mitgestalten im und durch den Sportverein

Themenfokus des Netzwerks „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ anlässlich seines Treffens am 20. November 2020

Der Sportverein ist ein wichtiger Schlüssel für die gelungene Integration. Zu diesem einhelligen Schluss kommen die Mitglieder des Netzwerks „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ anlässlich ihres Treffens am 20. November 2020. Sie haben auch festgestellt, dass „Integration, Teilhabe und Bekämpfung von Rassismus im Sport“ weiterhin relevante Handlungsfelder sind, die ganz oben auf der Agenda des Netzwerks stehen, miteinander gedacht und angegangen werden sollen. Dies gelingt nur zusammen mit anderen Akteur*innen vor Ort.

Viele Sportvereine in Gemeinden und Städten dienen als erste Anlaufstellen oder werden zu neuen Ankerpunkten für Menschen, die in der Bundesrepublik Deutschland angekommen sind. In der Vergangenheit stellte sich der Sport diesen gesellschaftlichen Herausforderungen und wird auch weiterhin aktiv Integration mit und durch Sportvereine und -verbände unterstützen. Erfolgsfaktoren sind dabei Menschen, die offen aufeinander zugehen und den Weg zu einer echten Teilhabe gemeinsam beschreiten.
„Ein besonders gutes Beispiel sind die ehrenamtlichen Sport-Coaches. Sie sind in Sportvereinen
oder in der Freiwilligenarbeit für Flüchtlinge engagiert und kennen oftmals viele örtliche Akteur*innen. So können sie unkompliziert Kontakte zwischen den Akteur*innen in ihrer
Kommune herstellen und vermitteln“, so Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Vorsitzender des Netzwerks.

Auch rassistische Handlungen und Haltungen von Menschen im Sportverein und in der Kommune gehören leider mitunter zum Alltag. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Integrationsarbeit
und die Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und jede Art von Dis-kriminierungen gemeinsam geführt werden. Gelingen kann dies, wenn Sportvereine sich bewusst dem Thema stellen und durch alle Akteur*innen im Sozialraum - von kommunalen Einrichtungen
bis zu zivilgesellschaftlichen Organisationen - Unterstützung erhalten. Damit wird der Sozialraum
zur Ressource. Auch ehrenamtlich Engagagierte müssen in den Sportvereinen und Kommunen bei Rassismuserfahrungen, Diskriminierung und Angriffen unterstützt und gestärkt werden. Dies bekräftigt der Beschluss „Haltung gegen Rassismus“ der 44. Sportministerkonferenz vom 12. November 2020. Nur so können Sportvereine ihr integratives, verbindendes Potenzial voll ausschöpfen.

Das Netzwerk „Sport & Politik“ steht grundsätzlich für ein demokratisches Miteinander auf Basis von Werten wie Offenheit, Anerkennung und Integrität. Es vertritt eine freie und offene Gesellschaft. Dies sind die nicht verhandelbaren Grundlagen unseres Zusammenlebens. 

Und mit dem Netzwerk steht die Mehrheit der Menschen in Deutschland:
Für Fairness, Respekt und Menschenwürde.

Bis heute geltende und relevante Ergebnisse der Fachkonferenz „Sport und Politik im Quartier. Sportverein als Sozialraum gelebter Demokratie – Chancen und Herausforderungen“: https://www.sportundpolitik.de/inhalte

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Deutscher Städte- und Gemeindebund und Deutscher Karate Verband gemeinsam für eine offene und vielfältige Gesellschaft

DerDeutscheStädte- und Gemeindebund und der Deutsche Karate Verband sehen mit Sorge die Zunahme antidemokratischer, rassistischer und menschenfeindlicher Einstellungen in unserer Gesellschaft. „Durch unsere Kooperation wollen wir gemeinsam ein Signal setzen, wie sich Städte und Gemeinden gemeinsam mit dem organisierten Sport für Respekt und Menschenwürde und damit gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung einsetzen können“, erklärten der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, sowie Wolfgang Weigert, Präsident des Deutschen Karate Verbandes (DKV), heute anlässlich der Vorstellung der Kooperation in Nieder-Olm. „Für den Zusammenhalt in unserer Demokratie ist die Verständigung auf verbindliche Regeln des Umgangs und gegenseitigen Respekts unverzichtbar“.

In der deutschen Gesellschaft kann man eine zunehmende Radikalisierung be- obachten. Diese Entwicklungen erleben die Städte und Gemeinden, aber auch der Sport. Der Sport ist auch für diejenigen attraktiv, die eine Plattform suchen, um ihr antidemokratisches, rassistisches und diskriminierendes Gedankengut zu verbreiten. Solche Einstellungen haben weder in den Städten und Gemeinden, noch im Sport Platz. Mit ihrer Kooperation treten der DStGB und der DKV für eine offene und vielfältige Gemeinschaft ein. Der Sport ist ein unverzichtbarer Baustein für Integration, das Lernen von Fair Play, Disziplin und dem Respekt vor Regeln.

Sportist weit mehr als körperliche Aktivität. Er kann Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft schlagen und kann helfen, Werte zu vermitteln und so rassistischen und antidemokratischen Tendenzen entgegenzuwirken. Städte und Gemeinden werden deshalb die Vereine konsequent fördern und unterstützen“, betont RalphSpiegler. „Karateistheuteschonein wichtiger und integraler Bestandteil der Gesellschaft. Wir wollen mit der Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund die durch unseren Sport besonders gelebten Werte herausstellen.“ hebt WolfgangWeigert, Präsident des Deutschen Karate Verbandes, hervor. Karateverbände, die sich ausdrücklich zu diesen Werten bekennen, werden vom DStGB und DKV zukünftig mit einer Kooperationsurkunde ausgezeichnet. Um diese Urkunde zu erlangen, müssen sich die Vereine zusätzlich dazu bekennen, sozial Benachteiligte sowie die Inklusionsarbeit besonders zu unterstützen.

Die Kooperation ist ein gutes Beispiel, wie Sport und Kommunalpolitik gemeinsam sich für das Zusammenleben vor Ort, der Inklusion und Integration, Werteorientierung und Teilhabe sowie der Gesundheitsförderung und Prävention einsetzen können, hob der Fachbeigeordnete des DStGB Uwe Lübking hervor.

Auch viele Vereine anderer Sportarten setzen sich aktiv für Fairness, Respekt und Inklusion ein. Von daher laden der DStGB und der DKV alle Fachverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes ein, dem Beispiel der Kooperation zu folgen und damit ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Nieder-Olm, den 10.11.2020

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Haltung gegen Rassismus. Beschluss der 44. Sportministerkonferenz vom 12. November 2020

Einleitung
Im Umgang mit dem Phänomen Rassismus im Sport hat sich in Deutschland in den vergangenen
Jahren viel bewegt. Gleichwohl kommt es im Jahr 2020 zu teils massiven Beleidigungen und rassistischen
Ausfällen. In Fußball-Stadien wurden auch im Frühjahr 2020 Spieler mit dunkler Hautfarbe
beleidigt und mit sogenannten Affenlauten verhöhnt. So geschehen im Februar in einem Spiel des
Pokalwettbewerbs des Deutschen Fußball-Bundes in Gelsenkirchen oder einer Begegnung der dritten
Liga in Münster. Als in den USA der schwarze Staatsbürger George Floyd in Folge einer brutalen
Verhaftung stirbt, wird der Sport als Teil der Gesellschaft von einer Protestwelle erfasst.

Athletinnen und Athleten vieler Sportarten fordern weltweit zum aktiven Eintreten gegen Rassismus
und Diskriminierung auf. In ihrem Protest im Rahmen der Ausübung ihres Sports verstoßen sie zumeist
gegen die gültigen Statuten der Sportverbände. Profiligen im Fußball oder Basketball wiederum
gestalten einen gemeinsamen Protest im Rahmen ihrer Liga-Spiele und stellen das Finalturnier
unter das Motto „Kampf gegen Rassismus“. Nationale und internationale Sportverbände ringen um
den Umgang mit dem Wunsch, eine Haltung gegen Rassismus und für Werte wie Gleichheit, Gleichberechtigung
oder Respekt zu zeigen. Nach den rassistischen Beleidigungen von schwarzen Spielern
im Februar 2020 kam der vom Deutschen Fußball-Bund 2019 angenommene Drei-Stufen-Plan
bei rassistischen Vorfällen nicht zur Anwendung. Der DFB sanktionierte auch die Proteste mehrerer
Fußball-Profis gegen den gewaltsamen Tod eines schwarzen US-Amerikaners im Sommer 2020
nicht, obwohl diese Form des Protests dem Wortlaut der Regeln widerspricht. Zur Begründung führte
der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes an, man könne Spieler nicht bestrafen, die sich für die
Werte einsetzen, die in der Satzung des Verbandes verankert sind.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat vor diesem Hintergrund durch seinen Präsidenten
im Juni 2020 dazu aufgerufen, die „Sinnhaftigkeit bestehender Regelwerke des autonomen Sports
selbstkritisch zu hinterfragen“. In einem im August 2020 gefassten Beschluss sprechen sich DOSB
und Deutsche Sportjugend gemeinsam für eine offene und demokratische Gesellschaft und gegenjede
Form des Rechtsextremismus und des Rechtspopulismus aus. Die Satzung des DOSB soll
Gewähr bieten, dass aus der veröffentlichten Haltung ganz konkrete Handlungen werden können.

Das Internationale Olympische Komitee kündigte als Folge der weltweiten Protest-Bewegung gegen
Rassismus und Diskriminierung im Rahmen der Exekutivsitzung im Juni 2020 an, eine Überarbeitung
des Inhalts der Regel 50 durch seine Athletenkommission vornehmen zu lassen. Die Regel 50
der Olympischen Charta untersagt jede Art von Demonstration oder politischer, religiöser oder ethnischer
Propaganda an den olympischen Austragungsstätten. In Deutschland sind in den Prozess
der Überprüfung der Regel 50 sowohl die Athletenkommission des DOSB als auch der unabhängige
Verein Athleten Deutschland involviert.

Darüber hinaus bietet die weltweite Protestbewegung gegen Rassismus enorme Möglichkeiten der
politischen Bildung – insbesondere für junge Sportlerinnen und Sportler. Alltags-Rassismus und Diskriminierungen
im Sport werden immer noch zu selten erkannt und/oder bagatellisiert. Betroffene
sind dem teilweise schutzlos ausgesetzt und ziehen sich ggf. aus dem Sport zurück. In Bildungsangeboten
können Sportlerinnen und Sportler, aber auch Ehrenamtliche in den Vereinen und Verbänden
sensibilisiert und zum solidarischen Handeln ermutigt werden.


Vor diesem Hintergrund fasst die 44. Sportministerkonferenz folgenden Beschluss:
Beschluss

1. Die SMK lehnt jede Form des Rassismus im Sport und darüber hinaus entschieden ab. Die
SMK begrüßt alle Initiativen aus dem Bereich des Sports, die sich gegen Rassismus einsetzen.
Die Achtung der Menschenrechte bildet die Grundlage für einen integren Sport. Alle
Beteiligten müssen sich dieser Verpflichtung bewusst sein und entsprechend handeln.


2. Die SMK unterstützt es ausdrücklich, wenn Verbände, Vereine und alle weiteren Akteure des
Sports sich deutlich und unmissverständlich gegen Rassismus einsetzen. Rassismus hat im
Sport keinen Platz und muss durch die Vereine und Verbände weiterhin konsequent verfolgt
und sport- rechtlich sanktioniert werden. Die SMK teilt die gemeinsame Haltung von DOSB
und dsj zum Umgang mit antidemokratischen und rechtsextremen Parteien und Gruppierungen.


3. Die SMK bittet den organisierten Sport den Dialog darüber fortzusetzen, wie sich diese Haltung
zu Rassismus innerhalb der eigenen Organisation artikulieren kann und insbesondere
Sportlerinnen und Sportler sich hierzu äußern können. Dies beinhaltet, dass am Ende eines
partizipativen Prozesses auch die Überarbeitung von Verbandsstatuten stehen kann.


4. Die SMK würdigt ausdrücklich den Einsatz der Sportlerinnen und Sportler gegen Rassismus.
Sie sind in vielen Bereichen Vorreiter und Garanten für die Wahrung der Werte und der Ziele
des Olympismus. Daher appelliert die SMK an alle nationalen Organisationen des Sports,
insbesondere Athletinnen und Athleten mit ihren Interessenvertretungen gleichberechtigt in
den Prozess um eine grundrechtskonforme Interpretation oder Neugestaltung von Verbandsstatuten
einzubinden.

5. Die SMK bittet den organisierten Sport, umfassende Bildungsangebote bereit zu halten, um
Sportlerinnen und Sportler sowie Ehrenamtliche aus Vereinen und Verbänden für das Thema
Rassismus im Sport und darüber hinaus zu sensibilisieren und zu ermutigen, solidarisch mit
den von Rassismus Betroffenen zu handeln.

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Videointerview zur Studie „Bedrängte Zivilgesellschaft von rechts“

„Wie reagieren Akteure der organisierten Zivilgesellschaft darauf, dass Rechte verstärkt versuchen einen „Marsch durch die Organisationen“ anzutreten? Erweisen sich Gewerkschaften, Kirchen, Sportvereine, Wohlfahrtsverbände und Kultureinrichtungen als immun gegen solche Angriffe – oder stellen sie ein Einfallstor für entsprechende Akteure dar?“ Auf Basis detaillierter Dokumentenanalysen und zahlreicher Interviews hat die Studie „Bedrängte Zivilgesellschaft von rechts“ erstmals rechtspopulistische Interventionen und zivilgesellschaftliche Reaktionen analysiert sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten systematisiert. Zwei Autoren der Studie, Dr. Samuel Greef und Lukas Heller (beide Universität Kassel), standen für ein Videointerview mit Nina Reip (Geschäftsstelle Netzwerk Sport & Politik) zur Verfügung, um die Ergebnisse näher zu besprechen und verstärkt auf den Sport zu schauen.

Eine Aussage aus einem Studien-Interview ist Greef insbesondere im Gedächtnis geblieben. „Rechtspopulistisches und rechtsextremes Gedankengut werde in Sportvereinen nicht mehr so stark tabuisiert. Durch den Erfolg der AfD gibt es eine Normalisierungsgefahr. Grund dafür ist der „Igitt-Faktor“, den es bei der AfD, im Gegensatz zur NPD, nicht mehr gibt.“ Zudem brauche die Rechte nicht viel zu machen, um Zustimmung im Sportbereich zu erhalten, da viele Themen im Sport anschlussfähig zu rechtspopulistischen Ideen seien.

Mit konkretem Blick auf die Realitäten an der Basis, wo Sportvereine auch die gesellschaftlich wichtige Rolle haben, Orte der Begegnung zwischen unterschiedlichen Menschen zu sein, kann die Frage des Umgangs mit rechtspopulistischen Einstellungen von Mitgliedern belastend sein. Heller und Greef schlagen hier vor, dass der Verein sich zuerst der eigenen Werte bewusstwerden sollte. Auch sei es wichtig klarzustellen, welche Inhalte und Werte diskutabel seien. Dazu brauche es auch eine Bereitschaft von allen Seiten, sich offen auszutauschen. Wenn Personen hierzu nicht bereit sind und lediglich ihre Ideologien weiterverbreiten möchten, sei es elementar, Grenzen zu ziehen. Eine Konsequenz könne an dieser Stelle auch ein Verzicht auf die Mitgliedschaft dieser Personen sein.

DOSB und dsj haben mit ihrer kürzlich veröffentlichten Positionierung zum „Umgang mit antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien, Gruppierungen und Akteur*innen“ die gemeinsame Wertebasis den organisierten Sports verdeutlicht und hiermit eine wichtige Grundlage für die weitere Auseinandersetzung gelegt.

Auf die Frage nach den wichtigsten Voraussetzungen für die Entwicklung von erfolgreichen Gegenstrategien und Maßnahmen sieht Heller zwei Punkte: „Das diffuse Konstrukt des Rechtspopulismus besser verstehen lernen und Daten über Vorfälle sammeln, um Muster kennenzulernen. Dann können auch passgenaue Antworten entwickelt werden. Zudem werden bestehende Konflikte durch die Rechtspopulisten aufgegriffen und politisiert. Deshalb braucht es eine Auseinandersetzung mit den eigenen Konfliktlinien und Widersprüchen.“

Dieses Videointerview ist das dritte in seiner Reihe. Bereits stattgefunden haben ein virtuelles Gespräch mit Angelika Ribler (Sportjugend Hessen) und Dr. Reiner Becker (beratungsNetzwerk hessen) zu Beratung von Sportvereinen im Kontext Rechtsextremismus sowie mit Dr. Martin Hyun (Hockey is diversity) zu seiner Sportkarriere und antiasiatischem Rassismus.

Alle Videos finden Sie auf der Website des Netzwerks „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ unter "Aktuelles".

Direkt-Link zum Videointerview mit Dr. Martin Hyun: https://www.sportundpolitik.de/fileadmin/
user_upload/sport_und_politik/video/videointerview-dr_hyun_netzwerk_sport_politik_fin.mp4

Direkt-Link zum Videointerview mit Angelika Ribler und Dr. Reiner Becker: https://www.sportundpolitik.de/fileadmin/
user_upload/videointerview_-_angelika_
ribler__dr._reiner_becker__
nina_reip_dateigroesse.mp4
 

Link zur Studie „Bedrängte Zivilgesellschaft von rechts“ (kostenfreier Download):
https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/
informationsseiten-zu-studien/
bedraengte-zivilgesellschaft-von-rechts/

Link zur Positionierung von DOSB und dsj zum Umgang mit antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien, Gruppierungen und Akteur*innen: https://www.dsj.de/deutsche-sportjugend/wir-ueber-uns/positionen/rechtsextremismus/

Videointerview

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Videointerview zu Sportkarriere, Werten in Zeiten von Corona und anti-asiatischem Rassismus

Dr. Martin Hyun war Profi-Eishockey-Spieler in der DEL, hat High-School- und College-Hockey in den USA sowie für die deutsche Juniorennationalmannschaft gespielt, war Deputy Sport Manager im Bereich Eishockey und Para-Eishockey für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018, er hat den Verein "Hockey is Diversity" gegründet und ist Politikwissenschaftler. Dies sind mehr als genug Gründe mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er hat sich mit Nina Reip (Geschäftsstelle Netzwerk Sport & Politik) virtuell getroffen und in einem Videointerview über seine Sportkarriere und anti-asiatischem Rassismus in Deutschland ausgetauscht.

„Es stimmt mich traurig, wenn ich in der aktuellen Diskussion höre „Jetzt wird wieder die Rassismus-Keule gezogen“. Das wird immer von denjenigen gesagt, die nicht selbst betroffen sind“, so Hyun. Er schildert in dem Interview eindrücklich von seinen eigenen Rassismus-Erfahrungen und was dies mit einem Menschen macht.

In Bezug auf Werte im Sport ist Hyun klar: „Null Toleranz gegenüber Rassismus und Diskriminierung. Diversität und Vielfalt leben und auch widerspiegeln. Gleichbehandlung, Gleichberechtigung, Fairness - ein Sportverein sollte alle Menschen willkommen heißen.“ Und er stellt fest: „Wirklich keine Sportart kann es sich erlauben, selektiv zu sein. Sie muss daran arbeiten sich aktiv zu öffnen, auch interkulturell, und nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Managementbereich, um die Sportarten weiter wachsen zu lassen.“

Das Videointerview ist das zweite in seiner Reihe. Bereits stattgefunden hat ein virtuelles Gespräch mit Angelika Ribler (Sportjugend Hessen) und Dr. Reiner Becker (beratungsNetzwerk hessen) zu Beratung von Sportvereinen im Kontext Rechtsextremismus. Das Videointerview ist auf dieser Website unter "Aktuelles" zu finden.

Videointerview

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Videointerview zu Beratung von Sportvereinen im Kontext Rechtsextremismus

Die beiden Autor*innen Angelika Ribler (Sportjugend Hessen) und Dr. Reiner Becker (beratungsNetzwerk hessen) haben sich in einem Videointerview mit Nina Reip (Geschäftsstelle Netzwerk Sport & Politik) virtuell getroffen und ausgetauscht. Anlass war der Artikel "Politisch neutral!? Beratung von Sportvereinen im Spannungsfeld zwischen Neutralität und gesellschaftlicher Verantwortung", der im vergangenen Jahr in dem Buch "Beratung im Kontext Rechtsextremismus" im Wochenschau Verlag erschienen ist.

Gesprächsthemen waren unter anderem:

- "Politisch neutral" - Was sollten wir über das Stichwort "Neutralität" wissen, wenn wir nicht aus dem Sportkontext kommen? Worum geht es bei dem Spannungsfeld im Kern?

- Wo/Mit wem kann Beratung im Kontext Rechtsextremismus alles passieren? Haben sich die Anfragen an das "beratungsNetzwerk hessen" in den letzten Jahren geändert?

- Zwei Haupt-Gelingensbedingungen für eine gute Beratung von Sportvereinen im Themenfeld: Was oder wen bracht es unbedingt?

Videointerview

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Studie: Bedrängte Zivilgesellschaft von rechts Interventionsversuche und Reaktionsmuster

Wie reagieren Akteure der organisierten Zivilgesellschaft darauf, dass Rechte verstärkt versuchen einen „Marsch durch die Organisationen“ anzutreten? Erweisen sich Gewerkschaften, Kirchen, Sportvereine, Wohlfahrtsverbände und Kultureinrichtungen als immun gegen solche Angriffe – oder stellen sie ein Einfallstor für entsprechende Akteure dar?
Auf Basis detaillierter Dokumentenanalysen und zahlreicher Interviews werden in der vorliegenden Studie erstmals rechtspopulistische Interventionen und zivilgesellschaftliche Reaktionen analysiert sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten systematisiert. Die Studie zeigt, dass rechtspopulistische Akteure um die Bedeutung der organisierten Zivilgesellschaft wissen. Sie zielen darauf ab, bestehende Konflikte innerhalb der untersuchten Bereiche zu politisieren, um sie somit zu verstärken und thematische Anknüpfungspunkte für ihre politische Agenda zu verankern.
Auch das Netzwerk "Sport & Politik" wurde interviewt. Die Analysen zum Thema Sport finden sich u.a. ab Seite 75.

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Die Dokumentation der Fachkonferenz ist nun abrufbar

Auf der Fachkonferenz des Netzwerks "Sport & Politik" am 12. und 13. November 2019 in Frankfurt am Main haben sich rund 70 Teilnehmende mit dem Thema "Sport und Politik im Quartier. Sportverein als Sozialraum gelebter Demokratie - Chancen und Herausforderungen" auseinandergesetzt. 

Nun sind die Arbeitsergebnisse, die Präsentationen, Fotos und Empfehlungen in einem Dokument zusammengeführt und veröffentlicht. 
Die Videostatements von Teilnehmenden der Konferenz finden Sie unter "Inhalte" und dem untenstehenden Link.

Dokumentation der Fachkonferenz

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Innenminister Peter Beuth und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz besuchen Fachtagung der „Netzwerk-Lotsen“

„Kompetentes Netz gegen Extremismus geknüpft“

Hessens Innenminister Peter Beuth und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz haben heute die Fachtagung des Präventionsprojekts „Netzwerk-Lotsen gegen Extremismus und Antisemitismus“ in der Humboldtschule in Bad Homburg besucht. Das gemeinsam von Innen- und Kultusministerium imitierte Präventionsprojekt ist im September 2018 gestartet. Seither wurden hessenweit mehr als 100 Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologen fachlich und pädagogisch geschult, um als sogenannte Netzwerk-Lotsen an Hessens Schulen gegen Extremismus und Antisemitismus wirken zu können.

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Prof. Dr. Gunter A. Pilz zum Vorsitzenden wiedergewählt

Auf der Sitzung des Netzwerks "Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde" am 26. Februar 2020 in Berlin wurde Prof. Dr. Gunter A. Pilz zum Vorsitzenden einstimmig wiedergewählt.

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Pressemitteilung des Netzwerks: Für ein gutes Miteinander – gegen Hass, Hetze und Gewalt

Das Netzwerk „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ ist in Berlin zusammengekommen und hat sich aus aktuellem Anlass zum „Schutz von kommunalen Amts- und Mandatsträger*innen und sowie ehrenamtlich Engagierten vor Beleidigungen, Bedrohungen und tätlichen Angriffen“ und zu Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten bei Vorfällen von Rassismus, Rechtsextremismus und Gewalt ausgetauscht.

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Pressemitteilung des Netzwerks: Geschäftsstelle des Netzwerks wird fortgeführt

Starkes Zeichen für ein gutes Miteinander

Im Dezember 2019 hat die Deutsche Sportjugend die Förderzusage durch den Zuwendungsservice des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ erhalten. Damit kann die Arbeit der Geschäftsstelle des Netzwerks „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“, die bei der dsj angesiedelt ist, auch in den nächsten fünf Jahren fortgeführt werden.

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Interview

"Wir lösen die Probleme nicht, indem wir nebeneinander oder gegeneinander arbeiten, sondern miteinander"

Im Zuge der Gewalt gegen Fußball-Schiedsrichter hat sich Fanforscher Gunter A. Pilz gegen lebenslange Strafen für die Täter ausgesprochen.

Im Zuge der Gewalt gegen Fußball-Schiedsrichter hat sich Fanforscher Gunter A. Pilz, Vorsitzender des Netzwerkes "Sport und Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde", gegen lebenslange Strafen für die Täter ausgesprochen. Diese seien sowohl juristisch nicht möglich als auch nicht zielführend. "Es müssen Strafen sein, bei denen sie dazu angehalten werden, ihr Handeln kritisch zu hinterfragen", sagte Pilz am Rande einer Fachkonferenz in Frankfurt/Main.

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Bericht

Der FC Ente Bagdad war auch auf der Fachkonferenz des Netzwerks "Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde" am 12. und 13. November 2019 in Frankfurt am Main vertreten und hat hiernach auf seiner Internetseite berichtet:

"Es soll auf Augenhöhe zwischen Sportvereinen und Politikern kommuniziert werden, um die Motivation zur Zusammenarbeit auf beiden Seiten zu stärken. Statt sich auf Eigeninteressen zu fokussieren, sollen das Gemeinwohl im Mittelpunkt stehen und Synergien geschaffen werden. Auch Minderheiten mit geringer Lobby sollen bei der Umsetzung von Projekten berücksichtigt werden."

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Entschließung EU

Das Europäische Parlament hat am 25. Oktober 2018 eine Entschließung verabschiedet, in der es die Mitgliedstaaten und die nationalen Sportverbände, insbesondere die Fußballvereine, auffordert, „der Geißel des Rassismus, des Faschismus und der Fremdenfeindlichkeit in den Stadien und der Kultur des Sports entgegenzuwirken, indem sie die Verantwortlichen verurteilen und bestrafen und in Zusammenarbeit mit Schulen und den zuständigen Organisationen der Zivilgesellschaft positive Bildungsangebote für junge Fans fördern.“

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VERANSTALTUNGSHINWEISE

aktuelle und zurückliegende Veranstaltungen

dsj-campus - Dokumentation der Veranstaltung

Im Vorfeld der digitalen dsj-Vollversammlung 2020 fand vom 19. bis 23. Oktober der digitale dsj-campus statt. Dabei wurde eine spannende Bandbreite an Themen und verschiedenen digitalen Formaten an Mittags-, Nachmittags- und Abendterminen angeboten. Beim dsj-campus trafen sich Menschen aus Mitgliedsorganisation der Deutschen Sportjugend, aus der Zivilgesellschaft, junge Engagierte und Interessierte, um gemeinsam über die Zukunft, über Werte, über Sport und „die Jugend“ zusammen mit der Jugend zu sprechen. 

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Eine digitale Veranstaltung im Rahmen des dsj-campus war das Zeitzeugengespräch "Sport in der NS-Zeit – Jung sein im Nationalsozialismus" mit Zvi Cohen

Das Zeitzeugengespräch "Sport in der NS-Zeit – Jung sein im Nationalsozialismus“ wurde in Kooperation mit Eberhard Schulz von der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball" durchgeführt. Dabei sprach Zvi Cohen, Überlebender des KZ Theresienstadt und „der Junge mit der Mundharmonika“, über seine Verfolgung und die ihm geraubte Jugend während der Schreckensherrschaft der Nazis: 

„Ich sehe in meiner Erzählung, die Möglichkeit zu verhindern. Ich habe zwei Zielpunkte, wenn ich meine Geschichte erzähle: Kopf und Herz. Wenn es diese beide Punkte bei den Zuhörern trifft, dann wird es nicht wieder in Deutschland geschehen. Die Jugend ist verantwortlich für das, was in der Zukunft in Deutschland sein wird. Nur die Jugend ist im Stande, es zu verhindern [, dass so etwas wieder passiert].“

Im Anschluss an das Zweiergespräch zwischen Eberhard Schulz und Zvi Cohen wurden Fragen aus dem Plenum beantwortet. Zudem wurde ein zuvor aufgezeichnetes Interview von Nina Reip mit Prof. em. Dr. Lorenz Peiffer, Sporthistoriker, zur Rolle des organisierten Sports im Nationalsozialismus und zur nur teilweise erfolgten Aufarbeitung gezeigt. 

Das aufgezeichnete Live-Gespräch zwischen Eberhard Schulz und Zvi Cohen sowie das Interview mit Prof. em. Dr. Lorenz Peiffer werden gemeinsam mit zusätzlichen, themenrelevanten Materialien im Rahmen des Maßnahmenpakets „Sport mit Courage“ weiter aufbereitet und voraussichtlich ab Dezember 2020 auf der Homepage von „Sport mit Courage“ verfügbar sein.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.niewieder.info.

Diese Veranstaltung wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Deutscher Präventionstag: digital

Der 25. Deutschen Präventionstag findet am 28. & 29. September 2020 in digitaler Form statt. Das Thema ist, ganz passend, "Smart Prevention".

Im vergangenen Jahr ist auch das Netzwerk Sport & Politik dabei gewesen. Auf dem Stand der Deutschen Sportjugend (dsj) haben viele Besucherinnen und Besucher sich über die Aktivitäten des Netzwerks informiert und sind in den Austausch getreten. Download Angebote DPT

In diesem Jahr ist das Netzwerk zusammen mit der Deutschen Sportjugend digital anzutreffen:  https://www.praeventionstag.de/nano.cms/dpt-25-kongressprogramm?xa=details&id=278&sb=sport

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Das Netzwerk hatte sich auch an dem inhaltlichen Programm der Tagung beteiligt und in Zusammenarbeit mit der dsj, der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) und der Sportjugend Hessen einen Vortrag zu „Demokratisches Miteinander: Spannungsfelder im Sport“ angeboten. Rund 40 Teilnehmende hatten im Anschluss die Gelegenheit, Fragen zu stellen und in den Austausch zu treten.

Die Beschreibung des Vortrages finden Sie hier:

Dokument Spannungsfelder

NAH DRAN-Tagung: digital

Auch für die alljährliche Jahrestagung des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ heißt es in diesem Jahr coronabedingt: Auf in die digitalen Welten!

Ziel ist es, trotz aller Einschränkungen, NAH DRAN sein und den Austausch, die Vernetzung und die Weiterbildung von engagierten Projektakteurinnen und -akteuren zu ermöglichen. Hierzu wird die virtuelle Tagungsplattform „Let’s get digital“ genutzt, um möglichst viele unterschiedliche Formate in einem Angebot bündeln zu können.

Die Veranstaltung beginnt am 22.06.2020 ab 10 Uhr.

Let's work it out. Jüdisch-muslimischer Dialog über Sport

Das jüdisch-muslimische Dialog-Projekt des Zentralrats der Juden in Deutschland „Schalom Aleikum“ setzt die Online-Formate fort. Thema der Veranstaltung ist ein moderiertes Gespräch mit jüdischen und muslimischen Sportlerinnen und Sportlern.

Es geht um Antisemitismus und Rassismus in der Fan-Kultur und um persönliche und berufliche Erfahrungen als jüdische und muslimische Sportler. Welche Rolle spielt die Religion und Identität auf dem Sportplatz? Wie sollten Sportvereine auf Anfeindungen reagieren? Wie gelingt das interreligiöse Zusammenspiel?

Live zugeschaltet werden aus Berlin: Beyza Genc (Basketball) und Leonard Kaminski (Fussball)

Dauer voraussichtlich 60 Minuten. Zuschauerfragen sind über Facebook oder Youtube willkommen und werden von Teilnehmern der Runde direkt und live beantwortet.

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Datum: Dienstag, 16. Juni 2020

Uhrzeit: 19.00 Uhr – 20.00 Uhr

Ort: Livestream bei Facebook und Youtube

https://youtu.be/YaeodxiKTf0

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BfDT: „Einsatz statt Abseits“ – Die Chancen des Fußballs für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Rückblick auf die Vernetzungsveranstaltung am 9. Dezember in der OPEL-Arena in Mainz

Die regionale Abendveranstaltung „Einsatz statt Abseits: Vielfalt im Fußball für gesellschaftlichen Zusammenhalt – gegen Ausgrenzung und Rassismus“, die in Kooperation mit der Landeshauptstadt Mainz am 9. Dezember stattfand, bot den Gästen einen Raum für den kritischen Austausch rund um die Themen Diskriminierung und Rassismus im Fußball und die Chancen, die der Breitensport für eine offene Gesellschaft in sich trägt.

Fotos: © Sascha Kopp

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Volker Goll von der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj (KOS) leitete den Abend mit einer von Fotos umrahmten Vorstellung unterschiedlicher Positivbeispiele im Fußball gegen Rassismus ein. Gleichzeitig ermahnte er aber auch, dass all diese presseträchtigen Aktionen nur nachhaltig sein können, wenn der gesamte Verein und seine Mitglieder geschlossen dahinter stünden.

Anschließend diskutierten sechs Podiumsgäste über die Möglichkeiten des Fußballs als integrative Kraft und die Grenzen des Engagements von Fußballvereinen. Die Rolle der Amateurvereine und Jugendlichen wurde von den Redner/-innen als besonders nachhaltig hervorgehoben, da die Vermittlung von Werten wie Toleranz „in der Jugendarbeit (…) im täglichen Doing gelebt (wird)“, wie Stefan Hofmann, Vereins- und Vorstandsvorsitzender des 1. FSV Mainz 05, unterstrich.
Ein besonderes Best Practice-Beispiel hierfür stellt der Verein FC Ente Bagdad dar, der auf dem Podium von Stefan Schirmer vertreten wurde. Herr Schirmer berichtete im Laufe des Abends von dem ehrenamtlichen Engagement für Toleranz und gegen Diskriminierung, für die der Verein in diesem Jahr auch mit dem Julius-Hirsch-Preis geehrt wurde.

Die Schwierigkeit für Vereine, sowohl ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, aber trotzdem ihre Hauptaufgabe – das gemeinsame Fußballspielen – nicht zu vernachlässigen, beschäftigte die Podiumsgäste noch in den weiteren Gesprächsrunden. Thomas Beckmann vom Fanprojekt Mainz e.V. warf ein, dass Vereine in der gesellschaftlichen Diskussion häufig als Sündenbock für gesellschaftliche Schieflagen hinhalten müssten. Dr. Gregor Rosenthal vom BfDT hob die Wichtigkeit hervor, dass Vereine Haltung zeigen und sich klar positionieren, denn „der Fußball ist kein rechtsfreier Raum“. Frau Nina Reip vom Netzwerk Sport und Politik bei der dsj bekräftigte dies, da Fußballvereine aufgrund einer gewissen Tradition von Diskriminierung und Antisemitismus in den Vereinen auch eine Verantwortung hätten, klare Kante zu zeigen.

Eine positive Entwicklung in den Fankurven zeichnete Michael Grüber von der Fanabteilung des 1. FSV Mainz 05 nach. Jedoch merkte Frau Nina Reip unter Zustimmung der Podiumsgäste an, dass Fankurven heutzutage häufig noch immer „männlich-dominant und heteronormativ“ seien. Um hier entgegenzuwirken, würden jedoch keine Top Down-Ansätze und Vorschriften helfen, warf Herr Grüber ein, da Fankurven oft eine Art „subkulturelles Biotop“ seien, die auch ein Stück weit rebellisch gegen Vorgaben reagieren würden. Um diesen Tendenzen in der Fanszene entgegenwirken zu können, unterstrichen die Podiumsgäste, dass die Profivereine ihre positive Leitbild-Funktion für gelebte Toleranz noch stärker ausfüllen sollten.

In der abschließenden Fragerunde des Publikums an die Podiumsgäste wurde nochmals verdeutlicht, dass die positive Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen im Verein und in den Fanszenen das A und O für die Nutzung des Fußballs als Chance und Katalysator für gesellschaftlichen Zusammenhalt darstelle. Beim anschließenden Get-Together nutzen die Teilnehmenden die Möglichkeit, noch intensiver in den Austausch mit den Podiumsgästen zu treten und mit den anderen Teilnehmenden zu netzwerken.

Weitere Informationen:  http://www.buendnis-toleranz.de/arbeitsfelder/impulsgeber/174760/einsatz-statt-abseits-die-chancen-des-fussballs-fuer-gesellschaftlichen-zusammenhalt

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